Elektronik  Information


           Anmerkungen und Kommentar zu einigen Details der Audio -Leistungsverstärker-Technik

Bitte Copyright beachten !  Keine Vervielfältigung ohne meine schriftliche Zustimmung !

Copyright by  Ernst Schmid , München
  

 
Die angesprochenen Fragen :
Das Boucherot-Glied: Aufgabe und Wirkung

Hier zunächst mal das Standard - Schema einer Audio Endstufe.





Am Ausgang der Endstufenschaltung sehen wir das eigentliche Boucherot-Glied
R21 und C9 gegen GND
 und
 die Parallelkombination L1  (Schutzdrossel)  mit Rcu R19  -  mit R17 parallel.

Was ist der Zweck dieser Elemente?

Es gibt auch die Variante II , hier wird das RC Glied parallel zum Lautsprecher geschaltet.
Z.B. Bei Revox Verstärkern durchgängig  so A50  / A78 / B250 / B251 ....
Dazu hab ich meine Zweifel an der Wirksamkeit.

Paar Fundstellen im Internet beleuchtet.
--------------------------------
Zobelglied  - in der High End Praxis wieder so eine Sache zur Gewinn-Maximierung
elektroniktutor.de     "Die Boucherotschaltung zur Verbesserung der Klangeigenschaft einer Lautsprecherleitung"

http://www.jobst-audio.de/tools-frequenzweiche/zobel-glied
audio-tuning-pithan.de

Boucherotglied  mit Zobel gleichgestellt ....

Betr.  Impedanzstabilisierung   vor   der Schutzdrossel habe ich keine Frage ,
Aber ob parallel zum Lautsprecher ( Variante II)  überhaupt eine Wirkung auftreten kann,
ist wegen des geringen Innenwiderstands (Ri) des Amps überhaupt fraglich .
Sämtliche Resonanzströme werden über den sehr viel niedrigeren Innenwiderstand der Endstufe abgeleitet.
Die Impedanzstabilisierung sieht nur so aus, wenn man die Lautsprecher + Weiche separat betrachet.
Das ist aber in der Praxis nicht der Fall.

----------------------------------------
Was kann man mit technischer Sicherheit sagen?

1. Der Verstärker hat eine bestimmte Phasendrehung bei Ohmischer Last.
2. Bei kapazitiver Last wird die Phasendrehung größer und deshalb kann die Endstufe instabil werden.
    Man sieht das als Überschwinger nach den Flanken  an den z.B. 10kHz Rechteck Oszillogrammen.
3. Durch eine kleine Drossel im Ausgangstromkreis werden kapazitive Lasten, die eine höhere Strom-Spitze
    bei hohen Frequenzen bewirken - kompensiert, d.h. die Endstufe bleibt stabil.
    Bei einem Rechteck z.B. 10kHz nimmt man überschlägig  für die Flanke die 10fache Frequenz an

4. Der Wert einer Drossel mit 5uH ergibt bei100kHz eine Impedanz von 3,14Ohm, somit können angeschlossene
    parallele Kapazitäten sich nicht mehr phasendrehend auswirken.

5. Das R C Serielle Glied gegen GND  mit 10 Ohm und 0,1uF  hat eine Grenzfrequenz von 159kHz,
    über dieser Frequenz wird die Last zunehmend rein Ohmisch  durch R21.

-----------------------------------
Meine Meinung
Diese Schaltelemente dienen einzig und alleine der Stabilisierung der Verstärkerschaltung .

Die postulierte  Verbesserung der Klangeigenschaft  der Lautsprecherleitung ist High - End  Bullshit,
denn wie beschrieben, wirken diese Komponenten bei Frequenzen, bei denen auch der
noch so "ultraschallhörende High Ender" nicht mehr mit Sicherheit sagen kann - ist das noch ein Ton oder schon mein Tinnitus?

Nochmal das Bild der Ausgangskomponenten  und den Simulationsplot dazu




Im nebenstehenden Plot sind die Ströme von R21 und L1
grafisch über die Frequenz dargestellt
Grün = Strom durch R21  gestrichelt die Stromphase -> 0grd
rot =Strom durch L1 , gestrichelt  die Stromphase -> 90grd