Elektronik  Information


           Designtips aus 40 Jahren

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Es soll hier keine Verwirrung gestiftet werden. Es sind natürlich subjektive Eindrücke und Erfahrungen.

Ist das das Vermächtnis eines verbitterten Alten?
Nein, es sollen Tips aus der Praxis werden.
Und weil in der Regel Techniker sich gegenseitig belügen, pflege ich die Dinge beim Namen zu nennen.

Ich bin kein Diplomat, für die gilt:
"Eventuell "heißt: - nein
"Aber sicher" heißt: Das kommt sicher nicht so, wie sie denken.
"Wir sind erfreut, zu hören" -heißt: Was werden sie bezahlen , damit wir zustimmen?


Warum Analogtechnik
Es geht hier primär um Analogtechnik, denn die Vielleicht- Funktion der Prozessorgesteuerten Geräte war mir zu unsicher.
Auch Watchdog ist kein Allheilmittel.
Ich hatte meine Finger in der Technik, habe in Assembler Programme geschrieben,
und um den Prozessor analoge Plausibilitäts-Wächter angeordnet - es ging um Ladegeräte für größere Akkus  -
und kam zu dem Schluß - dann kann ich es gleich analog machen.


Bübchen-Technik
Unausgegorene Dinge und Produkte, die in unbekannter Weise irgendwie interagieren,
sicher kennen sie aus dem Stegreif zig Produkte, die dieses Ettikett verdienen.
Eine maskuline Form der Milchmädchenrechnung.
Computer und Internet sind allgegenwärtige Formen der Bübchentechnik
Software ist auch so eine Form.
Diese andauernden Updates sind eine Seuche, letztlich war das Produkt nicht ausgereift,
als es verkauft wurde, aber der Kunde schon mal in der Falle.


High End Fehlkonstruktionen
Z.B.   Lautsprecherrelais für Hi-Watt Endstufen
 Szenario:  Durchbruch der Transistoren einer Endstufe 40 -100V

Bericht über Lautsprecherrelais mit Wolfram- und Goldkontakt - aber keinem Ruhekontakt.
Der Lichtbogen entsteht zwangsläufig bei der Spannung beim Abschalten des Relais.
Wenn das Relais keinen Ruhekontakt hat, der am anderen Pol des LS liegt,
fließt der Strom es Lichtbogens durch den LS ...
Durch den Ruhekontakt wird der Strom des Lichtbogens ferngehalten vom Lautsprecher .
Das Relais ist nachher abgebrannt aber der LS (hoffentlich) nicht.


Potentiometer richtig anwenden
Mit den Folgen, wenn man hier Fehler macht, hat man eher nach Ablauf der Garantiezeit zu tun.
Man muß immer bedenken, ein Potentiometer ist ein mechanisches Teil, der Schleifer benötigt einen bestimmten Andruck
und schrubbt über die Schicht.

Ablagerungen und Alterung der Federkraft verändern den Übergangswiderstand und im Extremfall verliert das Pot den Schleiferkontakt.

Diesen Fall im Hinterkopf hat man das Potentiometer einzuplanen:    
    Was passiert wenn der Schleifer nicht mehr tut?

    Kommt dann die Schaltung in eine sichere Betriebslage oder wird es katastrophal?

Potentiometer standardmäßig angewendet

Potentiometer R4 und R2
Beim Verlust des Schleifers
Q5 sperrt,  Strom wird maximal  über Q4 und Q6




Die bessere Alternative
Pot  R3  und R4  + Sicherheits-R  R3

R3 bewirkt ,daß die Spannung über Q5 minimal wird
Der Querstrom über Q4 und Q6 wird Null.


Eine weitere Möglichkeit ist,  R4 als Festwiderstand zu nehmen, und R2 als Potentiometer.
Wenn der Schleifer abhebt, geht die Schaltung in eine sichere Stromaufnahme.
Nachteil ist, daß der Tc des Pot sicher anders verläuft als der des Festwiderstands.


Abfangen von mißbräuchlicher Anwendung, soweit vorstellbar:

Für ein Design mit maximaler Betriebszuverlässigkeit müssen Sie bereits die Fehler in der Bedienung, die der Kunde manchen kann und
    auch machen wird,  vorhersehen  und beherrschen: Also die Fragen
Was passiert  bei alltäglichen  Fällen der Betriebsunterbrechung?
        Stromausfall und Brownout

Was passiert, wenn das System nicht vollständig in Betrieb genommen wird, z.B.  Vergessen, Peripherie anzustecken.




Wahrheit  der Datenblätter-Angaben:
Umgang mit den Daten in Datenblättern:
Schon Murphy sagt:
Technische Daten werden in der ungeeignetsten Form angegeben, z.B. Geschwindigkeiten  in Angström/Woche

Ziehen sie von allen Leistungsangaben in den Datenblättern mindestens 20% ab,
das ist dann das, was der Realität näher kommt.
Bedenken sie immer, die Werbeabteilungen schreiben an den Datenblättern mit!
Man muß "besser" als die Konkurrenz - zumindest - erscheinen.  Ob es dann tatsächlich besser ist...

Der Einsatz von Application spezifischen Chips:
Zwar bequem, wenn es etwas gibt, was mit wenig Peripherie den Job erledigt.
Aber denken sie paar Jahre weiter .. den Chip gibt es dann nicht mehr.
In die Obsoleszenz-Falle getappt.
Vermeiden sie deshalb, wenn es Produkte mit längerer Produktlebenszeit sind, an denen sie arbeiten,
die Verwendung von "kritischen" Komponenten.
Mit etwas Aufwand läßt sich jede Funktion mit Standard-Industriekomponenten realisieren,
sieht zwar auf den ersten Blick etwas wenig modern aus, aber der Kunde dankt es ihnen langfristig.

Technische Dokumentationen auch so eine Sache.
Kostet Geld - klar. Aber gehört eigentlich zum Produkt, um es betriebsfähig zu halten.
Vermeiden sie zerstückelte Pläne.
Sie sind zwar für die Entwicklung von Teilbereichen zweckmäßig, aber wenn sie nach einiger Zeit ihre Entwicklung überarbeiten (müssen),
werden sie über das Suchen der Signalnamen-Ports und deren Verwendung und Verzweigung fluchen.



Manche Dinge sind kompliziert, und werden auch nicht einfacher in der Darstellung.
Andere Dinge werden nur kompliziert dargestellt, aus welchen Interessen auch immer. z.B. Politik.

TINA -Methode und  Dickköpfigkeit  oder um verborgene Interessen durchzusetzen.



Lassen Sie sich als Konstrukteur nicht zwingen
irgendetwas als Fertig zu bezeichnen, wenn Sie den Eindruck haben, da braucht es noch was.

Lassen Sie Raum für Öffnungen. Sie werden sie brauchen.
Meine Erfahrung aus vielen Projekten ist:
Der Kunde weiß gar nicht was er braucht,
oder wenn er es ahnt, beschreibt er absichtlich nur das Minimalset, um die Kosten für die Entwicklung gering zu halten.


Haben Sie dann den Preis kalkuliert und sich festgelegt, kommen die Sonderwünsche.

Designen Sie zu eng, haben Sie demnächst  Probleme, und werden gefragt werden, weshalb dies und jenes nicht berücksichtigt wurde.

Das leitet direkt über auf
Das Geschäftliche:
Wie gesagt, das kann "Passieren" oder auch Absicht sein.
Rechnen Sie mit einem cleveren Geschäftsmann im Anzug
des Biedermanns.
Schauen Sie sich auch sonst an, was der Kunde so macht und wie er spricht....

Hören Sie genau zu, wie der Kunde über seine ehemaligen Zulieferer spricht

   
Das ist der Text, wie er auch in einigen Jahren über sie sprechen wird.

Werden Sie hellhörig, wenn er von Lieferverzug des Zulieferers spricht.
    Da war was - Rechnung nicht bezahlt oder was auch immer.

Glauben sie nicht sie an die Unschuld des Auftraggebers.

Vermeiden Sie in Vorleistung zu gehen, wenn sie nicht die Anzahlung - als Beweis für die Ernsthaftigkeit des Auftrags - in der Kasse haben.


Eigenes Erlebnis 1
Alles schriftlich machen - ohne Ausnahme
Das rate nicht aus Liebe zum Bürokratismus - sondern ich hätte mir damit einige10000 DM Verdienstausfall und
Anwaltskosten erspart .
Eine persönliche Bekanntschaft ließ mich von der Regel abweichen, und ich vertraute dem Wort.
- ein ehemaliger Abteilungsleiter kam mit dem Projekt - und konnte sich dann an nichts erinnern.


Eigenes Erlebnis 2
Der Kunde kam übers Telefon mit der Anfrage nach Kapazität, er hätte Zulieferproblem  für ein Steuergerät zu einem
eigenen Produkt in der Optoelektronik.

Die Entwicklung wurde anstandslos bezahlt, dann kamen Nachfolge-Produktionsaufträge mit recht engen Terminen.
Um das erledigen zu können - hatte ich dann - nach mündlicher Vergewisserung für nachfolgeaufträge,
Material eingekauft und Gehäuseteile und Montagen ausführen lassen.
Es kam - wie  es kommen mußte: Das Wort - war nur ein Wort - keine Nachfolgeaufträge mehr und
somit bei mir 20 fast fertige Geräte und Material  für 50 Geräte.
Er hat zwischenzeitlich bei einem anderen Entwickler ein Nachfolgegerät aufbauen lassen, somit keinen Bedarf mehr
und hatte auch keine Kosten. DIe hatte ich.

Mt dem Wissen von heute, würde ich beim Material nicht mehr auf eigene Rechnung in Vorleistung gehen,
 sondern dem Kunden per Vertrag kurze Lieferzeit zusichern - wenn er das Material finanziert.

Wie kann man nur so blöd sein ?
Ja, weil ich ein Mensch bin und Techniker.

Damit bin ich ein Opfer für die Strategien der "cleveren" Geschäftsleute.

Das sind Methoden am Rande der Legalität und unter Ausnutzung der Unbedarftheit und Technikbezogenheit der einzelnen Freischaffenden Künstler.

Will ja nur Warnen.
    Verhindern, daß man auf solche Leute hereinfällt, kann man eigentlich nicht.
Denn sie treten mit immer neuen Tricks auf.

Und - es sind ja nicht nur Techniker, die auf die "Cleverness" hereinfallen:
    Mit ihren Gegenseitig angewendetenen Tricks beschäftigen sie dann die Gerichte.






Das Leben als Konstruktuer einfach machen:

Legen Sie sich so früh wie möglich Rechenblätter an,  für alles, was Sie im Moment berechnen müssen.
Damit entwickeln Sie diese Hilfsmittel einmal, und verwenden sie ihr Berufsleben lang !

Auch mit den Simulationsprogrammen LTSpice kann man Module bauen, um Einzelschaltungen oder Methoden auszuprobieren .
Zweckmäßig die Schaltung kopieren im Blatt und an dieser Kopie die Veränderungen vornehmen, damit kann man das
geänderte Verhalten sowohl  im Zeitbereich als auch Frequenzbereich schön darstellen 
Die Schaltung muß dazu zweimal abgespeichert werden, einmal als Freq sim und als T sim, ansonsten verstellen sich die Parameter der Quelle.